• Teilen auf Facebook
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Myopiemanagement

Kurzsichtigkeit bei Kindern
Frans Cornelis Donders, ein niederländischer Augenarzt, sagte schon 1864:
 

“Jede progressive Kurzsichtigkeit ist für die Zukunft bedenklich.“
Rund 160 Jahre später wissen wir, dass das die absolute Wahrheit ist!


Aber was heißt das genau? Die Myopie (Kurzsichtigkeit) ist eine zunehmende ,,Volkskrankheit“ geworden. Die Zahlen der Kinder und Jugendlichen, die kurzsichtig werden, steigen stetig an. Das Fatale daran ist, dass die Kinder, die kurzsichtig sind, immer jünger werden. Die Myopie ist eine Fehlsichtigkeit, die meist mit dem normalen Wachstum des Auges steigt. Je früher diese eintritt, desto höher wird die Kurzsichtigkeit werden und desto höher ist das Risiko, an einer Augenerkrankung zu erkranken. Man schätzt, dass bis 2050 die halbe Bevölkerung kurzsichtig sein wird, darunter 10% mit einer hochgradigen Myopie (ab -6,00 dpt).


Hier kommt natürlich auch die genetische Komponente zu trage – zwei kurzsichtige Eltern bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit auf über 50% steigt, dass der Nachwuchs ebenfalls kurzsichtig werden wird.


Daher gibt es schon lange die Überlegung, wie man diesen Anstieg, auch Progression genannt, verlangsamen kann, damit die Wahrscheinlichkeit einer Augenerkrankung singt. Ein nicht unbedenklicher Nebeneffekt ist, dass Brillengläser bei starken Kurzsichtigkeiten nicht nur Vorteile und scharfes Sehen mit sich bringen, sondern auch starke Abbildungsfehler, die nicht zu vermeiden sind. Von der Ästhetik ganz abzusehen.

 

ein kurzsichtiges Auge

Das ist ein kurzsichtiges Auge. Hier sieht man deutlich, dass der Brennpunkt vor der Netzhaut liegt, nicht auf der Netzhaut. Durch natürliches Wachstum der Kinder wird das Auge immer länger, der Brennpunkt entfernt sich immer mehr von der Netzhaut -> die Myopie steigt somit. 

Quelle: MPG+e

 

Viele Wege führen nach Rom, es gibt nicht DEN einen richtigen Weg zur Verlangsamung der Kurzsichtigkeit. Es gibt viele verschiedene Ansätze. Wichtig ist, dass wir etwas tun und somit unseren Kindern eine Unterstützung geben für deren Zukunft.

 

Man kann die Kurzsichtigkeit u.a. mit speziellen Brillengläsern korrigieren, z.B. mit den Gläsern der Firma Rodenstock©, diese heißen Rodenstock MyCon©.

 

 Grafik 

 

Ein zweiter, sehr effektiver Weg, ist die Anpassung von Kontaktlinsen. Hier gibt es zum einen die Option der Orthokeratologie (s. Kategorie ,,Kontaktlinsen“ und lesen Sie sich ein unter https://www.mpge.de/kurzsichtigkeit-bei-kindern.html) oder das Tragen von speziellen Tageslinsen. Wie bei der Kategorie ,,Kontaktlinsen“ schon erwähnt, gibt es keinerlei Eintrittsalter für das Tragen von Linsen, egal welcher Art!

 

Eine weitere, mittlerweile auch von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannte Methode, ist die Gabe von Atropin Tropfen, diese werden von einem Augenarzt verordnet, also sind diese verschreibungspflichtig. 


Atropin wurde früher aus der Tollkirsche gewonnen. In der Augenheilkunde setzt man es in einer Konzentration von einem Prozent ein, um den Augenmuskel vor einer Augenuntersuchung vorübergehend zu lähmen und die Pupille weitzustellen. Gegen Kurzsichtigkeit wurden bisher Konzentrationen von 0,01 bis 0,05 Prozent auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit hin untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass die höchste Dosierung am effektivsten ist. In diesen geringen Dosierungen beeinflusst Atropin die Akkommodation kaum, weil die Pupille nur um einen Millimeter weiter gestellt wird. Alle anderen bekannten Nebenwirkungen von Atropin wurden nicht nachgewiesen.

 

Übrigens ist die Kombination aus Atropin und Orthokeratologie Studien zufolge nachweislich am erfolgreichsten!

Je früher man bei Kindern mit einem Myopiemanagment beginnt, desto effektiver ist es.
 

Bei Fragen vereinbaren Sie gerne einen Termin bei mir mit dem  Stichwort -Myopie Sprechstunde- .